Statement der Landesärztekammer Hessen zu dem Fall der falschen Ärztin (Fritzlar):

Approbations- und Facharzturkunden werden der Landesärztekammer Hessen bei Anmeldung eines neuen Kammermitglieds vorgelegt. Dabei fallen in der Regel gefälschte Urkunden auf. Mit Hilfe digitaler Anwendungen können Zeugnisse jedoch immer häufiger so gut gefälscht werden, dass sie - wie bei der falschen Ärztin in Fritzlar - von Originalen nicht oder so gut wie nicht unterscheidbar sind. Dies gilt vor allem für im Ausland ausgestellte Urkunden; allerdings unterscheiden sich auch hierzulande die Approbationsurkunden von Bundesland zu Bundesland.

Bereits im Oktober 2018 fiel auf, dass die angeblich in Rheinland-Pfalz ausgestellte Approbationsurkunde der falschen Ärztin in Fritzlar nicht echt sein konnte. Eine Annahme, die sich nach Prüfung durch die Approbationsbehörde in Rheinland-Pfalz als zutreffend erwies. Am 19. November 2018 stellte die Landesärztekammer Hessen Strafanzeige wegen unberechtigter Ausübung der Heilkunde, Urkundenfälschung und Missbrauchs von Berufsbezeichnungen. Im Fall der falschen Ärztin ermittelt nun die Staatsanwaltschaft. Wir können uns nicht weiter dazu äußern, zumal die betroffene Person zu keinem Zeitpunkt tatsächlich der Landesärztekammer Hessen als Mitglied angehörte, da sie keine Ärztin war und ihre Anmeldung auf falschen Angaben beruhte.